LOMO - The Language of Many Others

BRD 2018 | Regie: Julia Langhof | FSK 12 | 101 min.
Der Schüler Karl nimmt das Internet ernster als viele seiner Altersgenossen: Er filmt seinen Alltag und stellt diese Aufnahmen auf seinen Blog – auch solche Aufnahmen, in denen seine Familie und seine Freunde zu sehen sind. Ist dies schon alleine Anlass für manchen Ärger, so gerät der ruhige Alltag in Gefahr, als Karl aus Rache für eine unerwartete Zurückweisung eine Aufnahme eines intimen Moments mit seiner Angebeteten Doro ins Netz stellt.
Eine besondere Rolle spielen die Follower von Karls Blog, die über das Netz immer mehr Einfluss auf ihn nehmen, so dass sich die Frage stellt, wer überhaupt noch das Heft in der Hand hat. Der Zusammenhalt der Familie wird so auf eine ernste Probe gestellt, und Karl muss sich die Frage stellen, welche Werte ihm wirklich wichtig sind.

Die Regisseurin Julia Langhofs greift ein oft behandeltes Thema auf: die Frage nach dem Erwachsenwerden, nach der Ablösung von den Eltern und nach den Versuchen, die sozialen Beziehungen zu gestalten, auch die Suche nach einer erfüllenden Liebesbeziehung.
In dieses Thema ist das neue Medium Internet eingewoben, dessen Möglichkeiten, das eigene Leben zu publizieren, hier im Mittelpunkt stehen. Diese Verfahren des "life logging" und die Kommunikation über soziale Medien werden filmtechnisch interessant umgesetzt. Der Film hält eine überzeugende Balance zwischen dem Technischen – und der dramatischen Inszenierung der emotionalen Konflikte, die Karls unbekümmerter Umgang mit der Privatsphäre seiner Mitmenschen auslöst.

Die Instagram-Generation kann hier auf dem Umweg der Auseinandersetzung mit der künstlerischen Position des Films ihren eigenen Umgang mit der Frage finden, welche Bilder in welchem Medium publiziert werden sollten und wie groß der Einfluss digitaler Freundschaften auf das Leben werden darf. Da der Film nicht mit einer einfachen Moral aufwartet, ist die Chance gegeben, im Gespräch über die Figuren eigene Positionen zu hinterfragen und zu finden.
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