Jojo Rabbit

USA 2019 | Regie: Taika Waititi | FSK 12 | 108 min.
Eine deutsche Kleinstadt während des Zweiten Weltkriegs: Der zehnjährige Jojo Betzler ist ein glühender kleiner Nazi. Von Kindesbeinen an mit der Hassideologie der Nationalsozialisten indoktriniert, kann er es kaum erwarten, endlich der Hitlerjugend beizutreten. Seine Hoffnungen werden allerdings enttäuscht. Als er es im HJ-Lager nicht übers Herz bringt, einen Hasen zu töten, hat er seinen Spitznamen weg – "Jojo Hasenfuß". Zum Glück hat er seinen imaginären Freund Adolf, der Adolf Hitler zum Verwechseln ähnlich sieht und ihn immer wieder ermutigt, auf dem Weg zum perfekten Nationalsozialisten nicht aufzugeben. Trost findet Jojo auch bei seiner liebevollen Mutter Rosie, die alleine für ihn sorgt, während sein Vater weit weg von zuhause als Soldat kämpft. Allerdings scheint Rosie die Nationalsozialisten nicht sonderlich zu mögen. Ist sie gar im Widerstand gegen das Regime aktiv? Jojos Gewissheiten werden endgültig erschüttert, als er auf dem Dachboden das jüdische Mädchen Elsa entdeckt, das die Mutter dort versteckt. Sie ist keineswegs bösartig und hinterhältig, wie es die NS-Propaganda von den Juden behauptet, sondern eigentlich sehr nett. Doch um Elsa, seine Mutter und, wie er schnell begreift, sogar sich selbst vor der Verfolgung durch die Gestapo zu schützen, müsste er seine Ideale verraten.

„Jojo Rabbit“ ist eine schwarzhumorige Satire auf den nationalsozialsozialistischen Führerkult und Untertanengeist, die das reale Grauen in ungewohnt bunte Bilder fasst – und doch die schreckliche Wahrheit nicht beschönigt. Mit Jojos Kinderaugen blickt Regisseur Taika Waititi auf eine Welt, in der die Erziehung zu blinder Selbstaufgabe, Hass und Gewalt die Normalität bildet. Mit groteskem Witz verdeutlicht der Film zunächst die Absurdität dieses Systems und rückt aber später die Perspektive der Opfer in den Vordergrund.
Gedankenloser Tabubruch oder innovative Geschichtsvermittlung? Bei seinem provokanten Experiment kann sich der Neuseeländer Waitiki auf berühmte Vorbilder berufen. Schon Charlie Chaplin (Der große Diktator, 1940), Ernst Lubitsch (Sein oder Nichtsein, 1942) oder Mel Brooks (Frühling für Hitler, 1967) waren der Meinung, dass man über Hitler lachen dürfe. Mit seiner gespielt naiven Kinderperspektive, die in Wahrheit ein großes Vorwissen voraussetzt, geht der Neuseeländer allerdings noch einen Schritt weiter und versucht damit gezielt ein junges Publikum zu erreichen.
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